Wladiwostok nach Krasnojarsk Reisebericht

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Reisebericht: Wladiwostok nach Krasnojarsk in der Transsib


Aus preispoltischen Gründen, hatten wir uns im Vorfeld schon entschlossen, die Rückreise von Wladiwostok bis nach Moskau mit dem Zug zu bestreiten (City-Star-Ticket = Hin- und Rückfahrkarte). Diese Variante ist viel billiger als das Flugzeug, aber auch viel langsamer. Damit wir auf der sieben-tägigen und 9298 Kilometer langen Reise nicht sterben und völlig verwest in Moskau ankommen, planten wir einen Refreshingstopp in Krasnojarsk ein.


Wie im letzten Teil beschrieben, hatten wir am 8. Januar 2008 in Wladiwostok um 14.52 MZ (Ortszeit 21.52 Uhr) den Rossija nach Moskau bestiegen. Als wir am nächsten morgen aufwachten (09. Januar 2008), hatten wir schon den Bahnhof von Chabarowsk erreicht. Anschließend unterquerten wir in einem circa sieben Kilometer langen Tunnel den Amur.

Nach knapp zwei Stunden erreichten wir das Autonome jüdische Gebiet. Diese Autonomieregion gehört zu den elf Autonomen Gebieten in Russland. Weiterhin leben hier die meisten Juden außerhalb Israels. Die Hauptstadt heißt Birobidschan und der Bahnhofname wird in kyrillischen und hebräischen Schriftzeichen abgebildet.


Nach diesem kleinen Geschichtsausflug geht es weiter in der Amurebene und dann am Nachmittag erreicht man eine hügelige Landschaft. Der Tag war dann nicht mehr so aufregend. Wieder hatten wir einen Tag auf der Transsib rum. Schon am nächsten Morgen (10. Januar 2008) traf uns der Schlag: Mitreisende berichteten, dass die Außentemperatur abrupt auf -40°C gesunken sei. In Mogotscha haben wir dann den Zug für 20 Minuten verlassen. Es ist ein einzigartiges Gefühl, bei einer solchen Kälte sich fernab eines wärmenden Kaminfeuers zu befinden. Einzigartig war auch der Nebel und Dunst, der in der Luft stand. Die Babuschkas hatten schon ihre Stände aufgebaut und boten ihre noch warmen Waren an. Jedoch kühlten diese sehr schnell ab. Selbst der Müll in den Containern dampfte. Wir gingen den Bahnsteig etwas abwärts. Rund um unsere Kapuze bildete sich in kürzester Zeit Reif. Da es kontinentale Kälte ist, spürt man die Kälte auch nicht so stark wie bei uns.

Teilweise hatte ich das Gefühl, dass 0°C und Schneematsch in deutschen Breiten mir durchaus kälter vorkamen als -40°C. Deshalb sollte man keine Angst vor der sibirischen Kälte haben - gleichwohl unser Aufenthalt eher kurz war.


Wir reisten weiter auf der Transsib gen Westen. Nun hatten wir auch bald die erste Zeitzone Richtung Moskau eingeholt. Als Konsequenz hatten die Tage an Board in der Regel 25 Stunden. Wieder am darauffolgenden Tag (11. Januar 2008) stand morgens die „Speed-besichtigung“ Ulan-Ude auf dem

Programm. Da der Zug von 5.07 bis 5.32 MZ (Ortszeit +5 h) planmäßig Aufenthalt in Ulan-Ude hatten, konnten wir die Zeit effektiv nutzen um den größten Leninkopf der Welt zu besichtigen. Es war sehr anstrengend bei dieser Kälte (ca. -30°C) in die Innenstadt zu rennen. Erschwerend kam hinzu, dass das Kartenmaterial einschlägiger Reiseführer an

Genauigkeit zu wünschen übrig lässt. Nichtsdestotrotz konnte ich mich noch bis zu diesen Highlight durchschlagen. Völlig erschöpft erreichte ich noch pünktlich unseren Zug.


Anschließend sollte wieder eine Tagfahrt entlang des Baikalsees stattfinden. Jedoch fischten wir diesmal eher in einer Suppe. Denn die Temperaturen waren so stark gefallen, dass der See angefangen hatte zu dampfen. Es bildete sich eine sehr dichte Nebelbank. Wir fuhren also die gesamten vier Stunden fast ausschließlich durch dicken Nebel. Wenn dann der See zugefroren sein sollte, kann man die Fahrt wieder bei glockenklarem Wetter genießen. Es wurde wieder dunkel und wir gingen kurz nach dem halt in Irkutsk ins Bett. Am 12. Januar 2008 wachten wir auf und machten uns für den Ausstieg in Krasnojarsk um 6.20 Uhr MZ (10.20 Uhr Ortszeit) bereit.

Doch ausgerechnet an diesem Morgen hatte der Zug ca. 70 Minuten Verspätung. Ja Verspätungen gibt es auch bei der RZD.  In der Regel werden diese schnell wieder aufgeholt. Kurz vor dem Passagierbahnhof überquert man den mächtigen Jennissei (russisch Енисей). Willkommen in Krasnojarsk!


Fortsetzung: Krasnojarsk Reisebericht