Omsk Reisebericht

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OMSK Reisebericht – Омск

28. Dezember 2007


Am Freitag den 28. Dezember 2007 um 11:23 Uhr erreichten wir trotz der anfänglichen Verspätung pünktlich den Bahnhof von Omsk.


Welcome to Siberia!


Alexander, mit dem wir uns am Vorabend ganz gut unterhalten hatten, wurde abgeholt und nahm uns in die Stadt mit. Der Bahnhof liegt zwei Kilometer außerhalb des Zentrums. Wir bedanken uns mit einem Mitbringsel aus München.

Omsk wird als heimliche Hauptstadt Sibiriens gehandelt. Der 

Agglomerationsraum ist riesig, doch wenn man die Alt- und Innenstadt erreicht, begegnen einem nur kleine Häuser. Der Architekturstil ähnelt in einer ganz besonderen Art und Weise, dem Baustil in den USA. Teilweise hätte man zischen einer Amerikanischen Kleinstadt und der Omsker Innenstadt kaum unterscheiden können (auch wenn man mit dieser Aussage Gefahr läuft, ganze Online Communities gegen sich aufzubringen). Nur die einzeln verteilten, typischen sibirischen Holzhäuser bringen einen auf den russischen Boden der Tatsachen zurück.


Die Altstadt liegt auf einer Landzunge, welche von der Om (Fluss nachdem Omsk benannt ist) und dem Irtysch umspült wird. Man kann ganz gut an der Promenade des Irtysch entlang spazieren. Uns gefiel Omsk sehr gut und ist unserer Meinung nach zurecht die heimliche Hauptstadt Sibiriens.

Omsk ist darüber hinaus auch die Einkaufsstadt Nummer 1. Als erstes Besuchten wir ein Lebensmittelmarkt im Norden der Altstadt. Hier waren wir wirklich erstaunt von der Vielfalt der Produkte. Es gab sehr viele verschiedne Nahrungsmittel und eine Fülle an sehr interessanten Produkten. Direkt an der 

Frischetheke kann man sich gleich Teigtaschen und ähnliches aufwärmen lassen – wie an einer Imbissbude.

Die Abfüllanlage für Bier war im Vergleich zur Produktpallette der Biere eher langweilig. Die Auswahl übertraf alle Vorstellung. Wir fanden in den zwei Regalen sogar ein Produkt aus Thüringen „Dingslebener Edelpils“. Das war unglaublich! 5000 Kilometer von Deutschland entfernt trifft man auf diese Produkte, die selbst im Umkreis von 200 Kilometern von Dingsleben 

teilweise nur schwer zu erstehen sind. 94 Rubel und 40 Kupeken wollte der Laden haben –  der Preis geht ja noch.

Dann gab es noch weitere Sonderabfüllungen von Flensburger (2 Liter im Krug). Wir waren sehr erstaunt!


Dann ging es wieder über den Om Richtung Bahnhof, da entdeckten wir gegenüber der Altstadt direkt am Fluss ein Einkaufszentrum. Wir ließen es uns nicht nehmen, diesen Kommerztempel zu besuchen (wenn das Lenin wüsste...). Einige noble und nicht lizensierte Fachhändler (zum Beispiel Dolce & Gabbana)  waren im Kaufhaus vertreten. Zum Schock aller anwesenden Reiseteilnehmer befand sich auf der obersten Ebene ein amerikanischer Foodcourt. Hier war jede Fastfoodkette die was auf sich Hält vertreten – 

Subway, Sbarro Pizza, KFC (welchen Yum! Brands mit Hilfe eines russischen Großunternehmers selbst betreibt)

Anscheinend waren das Concept stores und Testgeschäfte, denn außer Sbarro Pizza haben wir alle diese Systemgastronomieunternehmen nie wieder östlich des Ural gesehen.

Nach der Besichtigungstour war es wieder schnell dunkel und wir gingen die verbleibenden zwei Kilometer zurück zum Bahnhof. Um 22:02 Uhr ging es planmäßig mit dem Firmenny „Irtysch“ nach Novosibirsk. Diesmal hatten wir sogar den Kupe 

economy Wagen gebucht. Wir waren diese Nacht mal wieder alleine im Abteil. 

Zwar waren diese Abteile schon etwas altbacken aber trotzdem noch voll okay. Wir bekamen dann unser Essen, welches aus Buletten, Graupen, Eiern, sauren Gurken, Erbsen, Ketchup und einem Brötchen bestand.


Fortsetzung Novosibirsk Reisebericht


text: tjark METZNER, basel juni 2009