Reisebericht: Persepolis & Pasargad

HOME   |   FRANKREICH   |   KAUKASUS   |   IRAN   |   RUSSLAND   |   KOREA   |   CONTACT

 


PERSEPOLIS & PASARGAD Reisebericht

Zum ersten Teil: Shiraz Reisebericht


Gegen 11.30 Uhr entschieden wir uns noch am gleichen Tag nach Persepolis und Pasargadae (Pasargad) zu fahren. Über Shiraz lag an diesem Mittag ein stahlblauer Himmel und es war angenehm warm. Auf der Straße hielten wir einige Taxen an, doch alle Taxifahrer wollten uns nicht zum 120 Kilometer entfernten Pasargadae (Pasargad) fahren. Sie sind für gewöhnlich mit dem Stadtpersonen-nahverkehr beschäftigt. Auf Grund des faktisch nicht vorhandenen ÖPNV in Shiraz, gibt es fast ausschließlich Sammeltaxen, die in alle Stadt- und Randgebiete fahren. Nach etwa 30 Minuten war es soweit und ein alter Taxifahrer war bereit, uns für 20.000 Tuman in seinem Iran Khodro (das ist die heimische Automarke) nach Pasargadae (Pasargad) zu fahren. Die Fahrt führte auf einer sehr gut ausgebauten Autobahn nach Norden. Die Straße verlief in einem Tal und wurde gesäumt von hohen Bergen. Die Landschaft war sehr karg aber durchaus interessant. Nach 70 Minuten erreichten wir die Ausfahrt Pasargadae (Pasargad) und nach einer vier Kilometer langen Ortsdurchfahrt kamen wir am Eingang der Residenz des ersten Perserreiches unter den Achämeniden an. Pasargad zählt zum UNESCO Weltkulturerbe. Der Andrang an Touristen war höchst überschaubar. Dennoch dachten wir, dass es kein Problem sei, erneut ein Taxi für die Rückfahrt nach Shiraz beziehungsweise nach Persepolis zu finden.

Unser Taxifahrer ging auf unsere Preisdegression nicht ein und verlangte für die Rückfahrt denselben Preis wie für die Hinfahrt.


In Pasargad angekommen, stand nicht einmal ein Taxi am Eingang und wir entschieden uns zunächst das Welterbe Pasargad zu besichtigen. Man sollte beachten, dass das Gebiet relativ weitläufig ist und man von Kulturstätte zu Kulturstätte mehrere Minuten laufen muss. Hinzu kommt, dass die Sonne unerbittlich scheint und schattenspendende Bäume fehlen. Das Kulturhighlight liegt in einer großen Ebene umringt vom Zagrosgebirge. Als erster Besichtigungspunkt steht das Grabmal Kyros II bereit. Ein netter großer Grabstein mitten im Grasland. Danach liefen wir die Straße entlang zur großen Empfangshalle des Kyros. Von selbigem sind hier nur wenige Überreste erhalten. Weiterhin liegt eine zerstörte Festung an einem entfernten Hügel. Die Besichtigung dauert nicht lange, da nur sehr sporadisch Überreste zu bestaunen sind. Pasargad lohnt dennoch den Besuch.


Nach 1,5 Stunden wollten wir nun die alte Hauptstadt Persepolis besuchen, welche direkt am Weg zwischen Pasargad und Shiraz liegt. Am Ausgang des Weltkulturerbes war kein Taxi und wir fragten eine junge Gruppe von Iranern, ob sie uns zur Autobahn nehmen könnten. Das taten die wohlhabenden Jugendlichen auch. Sie kamen aus Esfahan (siehe Esfahan Reisebricht) und waren hervorragend für ein bevorstehendes Picknick gerüstet. Gastfreundlich wie die Iraner eben sind, nahmen sie uns die vier Kilometer bis zur Autobahn mit und dort war optimalerweise auch ein „Tourist Recreation Complex“ (Raststätte). Nach kurzer Zeit kam ein Bus an der Raststätte an und wir konnten dem Busfahrer und Beifahrern klar machen, dass wir nach Persepolis wollten. Wir stiegen nach der Pause ein und fuhren Richtung Shiraz. Die nette Busbesatzung wusste ganz genau, wo sie uns rauslassen werden, denn dort stand schon ein Taxi bereit, um uns von der Autobahn zum nächsten Kulturhighlight zu bringen. Wir bezahlten schnell die Busfahrt und machten gleich mit dem Taxifahrer einen Preis nach Persepolis aus. Die Strecke von der Autobahn bis nach Persepolis sollte man nicht unterschätzen. Es sind mindestens 10 Kilometer und wir erreichten Persepolis nach 20 Minuten.


Die letzten Meter der Straße führen durch einen Pinienwald und vorbei an einer Militärschule. Der in der Sonne sengende Asphalt läuft nun direkt auf die ehemalige Palastanlage zu. Es ist ein imposanter Anblick, wenn man direkt darauf zufährt. Schnell besorgten wir uns die Eintrittskarten und den Gourmet-Snack für jeden Irantouristen „Happiness – Chocolate Center Filled Biscuit“ an einem Kiosk. Diese leckeren Kekse gibt es fast an jedem Kiosk, aber Vorsicht, nur das Original kaufen. Wen das kulinarische Feuerwerk nicht vom Hocker haut, der hat seinen Geschmack bei der Einreise konfiszieren lassen.


Bestens ausgestattet stiegen wir die gewaltigen Stufen zu der Palastanlage hinauf. Das Gelände ist riesig und beinhaltet eine monströse Ansammlung von Kultur. Das alles hier zu beschreiben, ist unmöglich. Dazu empfehlen wir aber den Dumont Kunst-reiseführer (siehe Iran Reiseinformationen), welcher Persepolis exzellent beschreibt und kein Jahrzehnt der Geschichte auslässt. Die Erklärung des berühmten Darius Reliefs am Apanada überlassen wir folglich auch dem Dumont...


Man sollte für Persepolis einige Stunden einplanen. Unsere drei verfügbaren Stunden bis Besichtigungsschluss waren hingegen knapp kalkuliert. Die Anlage ist wirklich groß und man spürt den Hauch der Antike. In der Literatur stießen wir auf den Satz: Es ist, als würde man Petra neu entdecken. Die hohen Säulen, aber auch die Grabmäler vermitteln einem die Macht des ehemaligen Achämenidischen Reiches in einer besonderen Art und Weise. Auf dem Gelände befindet sich ein rekonstruiertes Haus, welches ein Museum beherbergt.


Der bevorstehende Sonnenuntergang tauchte die gesamte Palastanlage Persepolis in ein wunderschönes orangefarbenes Licht. Empfehlenswert sind Sonnenauf-, sowie vor allem der Sonnenuntergang in Persepolis.

Am Ende der Besuchszeit, um 17.00 Uhr, verließen wir das Gelände. Als erstes wollten wir mit einem Mitarbeiterbus mitfahren, aber ein Taxifahrer vereitelte unser Vorhaben. Immerhin hatten wir den billigen Bus schon bestiegen und sollten nun den Bus wieder verlassen. Der Taxifahrer wollte seinem Kollegen mit aller Macht verständlich machen, dass Touristen mit Taxis fahren müssten. Um keinen in Schwierigkeiten zu bringen, entschieden wir uns für die deutlich schnellere Variante und fuhren mit dem Taxifahrer.


1000.00 Tuman = US $ 1.00, Reisezeit Dezember/Januar 2008/09


Fortsetzung: Shiraz (Stadt) Reisebericht

text: tjark METZNER, nürnberg april 2009