Reisebericht: Yazd, Karanagh, Meybod & Chak-Chak

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YAZD Reisebericht


“Flowers may die, you may, but never forget” (Iranische Werbesprache)


HOTELS & RESTAURANTS in YAZD


Anfangs wollten wir Yazd (Jasd) erst gar nicht besuchen. Da wir aber die Provinz Hormoz (Qeshm / Bandar e Abbas) früher als vorgesehen verlassen hatten, standen uns nun mehrere Tage für die Besichtigungen von Yazd (Jasd) und Tehran (Teheran) zur Verfügung. Wir fuhren in die Wüstenstadt Yazd und wollten uns überraschen lassen.


Gegen sieben Uhr morgens erreichten wir den Busbahnhof von Yazd. Dieser liegt direkt neben dem Rajatrains Bahnhof von Yazd. Da wir sparnünftig waren, haben wir den Weg in die Innenstadt zu Fuß bewältigt. Dieser Weg ist ziemlich weit (etwa eine Stunde), daher empfehlen wir die Taxifahrt.

Die Innenstadt ist zugleich die Altstadt. Hier gibt es eine Fülle an Hotels. Davon sind einige aus dem natürlichen Wüstenbaustoff Lehm. Eine besonders umtriebige Hotelkette hat sich in Yazd etabliert. Die so genannte „Mehr-Chain“ besitzt einen Großteil der Lehmhotels. Die berühmteste Unterkunft, das „Mehr Traditional“ wurde sogar mit dem Preis der UNESCO für hervorragende Restauration ausgezeichnet. Diese „Hotelkette“ ist jedoch nicht zum Nachteil des Reisenden. Ganz im Gegenteil, es entstand  ein regelrechter Krieg um die Gäste und dieser Krieg wird auch mit Service bestritten - nur zum Vorteil der Gäste. Zuerst waren wir im Hotel „Caravanserai“. Wir erhielten eine Suite für rund 40 Euro. Diese Suite war grandios. Zum Equipment gehörten zwei Samsung LCD-TV,  eine Küche, ein sehr gut ausgestattetes Bad und zwei Schlafzimmer. Am nächsten Tag wurden wir durch einen besseren Preis  vom Fahadan Hotel abgeworben. Das Fahadan Hotel ist ebenfalls bestens ausgestattet und verwöhnt die Gäste mit einem hauseigenen Qanat und mehreren Windtürmen. Die Chefin des Hotels ist unglaublich geschäftstüchtig und noch sehr jung. Sie spricht fließend Englisch.

Tipp: der VIP-Room für rund 70 Euro ist hervorragend ausgestattet mit zwei traditionellen Windtürmen, einem Samsung LCD-TV, einer Wanne mit LCD Display und TV-Entertainment, Klimaanlage und vielen Quadratmetern Wohnfläche. Dieses Zimmer kann man als weltweit einzigartig bezeichnen. Gerade im Sommer sollte man sich für dieses exklusive Angebot entscheiden.


Die Restaurantsituation ist in Yazd ebenfalls besser als in anderen iranischen Städten. Es gibt einige gute Restaurants, welche sogar ausgeschildert sind. Es ist schließlich gar nicht so einfach in dem Gassenirrgarten der Altstadt zielgerichtet ein Restaurant aufzusuchen. Empfehlenswert ist die Wirtschaft des Orienthotels (prima Ausblick) und die Küche des Hammam-Restaurants.


Im Gegensatz zum Reise-Know-How Reiseführer Iran, hat der Lonely Planet eine vernünftige Karte zu Yazd. Alle wichtigen Informationen rund um diesen Ort kann man den Reiseführern entnehmen.

Die Touristinformation gleich gegenüber des „Alexander’s prison“ und des Fahadan Hotel bietet weitere exzellente Englische Reiseführer für die Region Yazd und sogar Ausflüge in die Wüste an! Der Reiseführer für 3.000 Tuman ist eine lohnende Investition.


YAZD Reisebericht


Die Stadt Yazd wird eingerahmt von einer Bergkette und liegt auf einem Hochplateau. Die Wüstenstadt ist eine der ältesten Städte des Iran und der Welt. Bewässert wird und wurde die Stadt durch Qanat. Aufgrund der Wüste, ist es stets staubig. Fast alle Häuser der Stadt sind aus Lehm erbaut.


KARANAGH Reisebericht


Auch die Umgebung von Yazd hat einiges zu bieten. Wir charterten ein Taxi inkl. Führer für knapp 30 Euro. Die Reise führte zuerst das pittoreske Bergdorf Kharanaq. Die alten, verlassenen Lehmhäuser und die kleinen Bewässerungskanäle geben dem Dorf ein besonderes Flair. Direkt an das alte Dorf grenzt das neue Dorf mit moderneren Häusern. Rund um das Dorf gibt es einige Felder. Die Landschaft wirkt unwirtlich und karg. Ein Hit ist die Besteigung des Minaretts. Wenn man auf die Spitze steigt und hin und her wackelt, setzt sich der gesamte Turmbau in Bewegung – ein interessantes Gefühl. (Für das Minarett muss man sich einen Schlüssel organisieren)


CHAK CHAK Reisebericht


Der nächste Stopp an diesen Tag war Chak-Chak. Dieser Pilgerort der Zoroastrier, hängt förmlich an den Felshängen des

Gebirges. Ein kleiner schöner Ort mit einer kitschigen Höhle, in der Quellwasser (tak-tak-tak...) tropft. Daher auch der Name Chak Chak. Die letzten Meter bis zur Höhle muss man vom Parkplatz aus zu Fuß besteigen. Die Aussicht in Chak-Chak ist grandios.


MEYBOD Reisebericht


Letzte Station war dann das Eishaus und die Zitadelle zu Meybod. Diese Stadt liegt 50 km nördlich von Yazd und wartet mit weiteren kleinen Attraktionen auf. Das Postmuseum sowie der Taubenturm (letzteres auf Militärgelände) sind nur Attraktionen mittleren Wertes. Das Eishaus ist aber durchaus interessant, genauso wie die große Zitadelle. Am Nachmittag traten wir die Rückreise nach Yazd an. Diese Tour ist sehr abwechslungsreich und man kann einiges sehen. Den Nachmittag verbrachten wir in Yazd um ein paar Geschenke für die Daheimgebliebenen zu kaufen.


Leider gab es zwei Wermutstropfen während wir 3 Tage in Yazd waren, die man auch erwähnen sollte.

1. Der Wechselkurs der Wechselstube „Amir“ lässt zu wünschen übrig. Amir ist außerdem äußerst stur und nutzt seinen Öffnungszeitenvorteil schamlos aus. (Zur Melli oder Sederat Bank gehen)

2. Der Fahrkartenverkäufer von Rajatrains im Bahnhof von Yazd ist nicht auf Touristen eingestellt und man sollte lange Wartezeiten einplanen. Ganz anders und besonders zuvorkommend waren die Angestellten vom Rajatrain Citybüro in Esfahan – unbedingt dort Fahrkarten kaufen.


FAZIT


Yazd ist eine faszinierende Oasenstadt mit einzigartig authentorientalischem Flair.

Hier kann man in best-value Hotels tagelang ausspannen. Das

Kulturangebot ist reichhaltig und die Umgebung hat einiges zu bieten. Insbesondere die Wüstenlandschaft ist einmalig. Die Menschen sind durchweg sehr freundlich und die Süßigkeiten aus Yazd sind einmalig gut.


RAJATRAINS SIEMENS TRAINSET YAZD-TEHRAN


Am 05. Januar 2009 erreichten wir gegen 6.30 Uhr den Bahnhof von Yazd, um mit dem Produkt „trainset“ von Rajatrains die Reise nach Tehran anzutreten. Dieser Zug ist von Siemens und Adtranz aus Deutschland. Da wir wie immer einen Wandfensterplatz ergattert hatten (Zug ist natürlich

Reservierungspflichtig), fragten wir eine nette Familie, ob wir tauschen könnten. Mit Bestechung á la Original Haribo Goldbären konnten wir die Plätze tauschen. Nun saßen wir am Fenster inklusive Tisch. Die vorbeiziehende Landschaft ist im wahrsten Sinne des Wortes berauschend. Der Zug kommt ganz

europäisch daher. Problematisch für ältere Reisegäste ist der nicht niveaufreie Einstieg. Dies kommt einer Klettertour gleich.  Rajatrains sollte die Bahnsteige noch auf die Höhe des Einstiegs anpassen. Der Zug war ausgebucht und auch für die nächsten Tage konnten wir kein Ticket erhalten. Wahrscheinlich waren die Züge wegen Ashura ausgebucht.

Die Fahrzeit beträgt unglaublich schnelle sechs Stunden von Yazd nach Tehran (Teheran). Das macht bei knapp 600 km eine

Durchschnittsgeschwindigkeit von 100 km/h aus. Dies ist eine äußerst konkurrenzfähige Fahrzeit zum Bus.  Neben uns waren noch zwei weitere Touristen im Zug. Bis nach Kashan hatten wir keine Verspätung. Es gab sogar einige Aufenthalte und Fahrzeitreserven auf der Strecke. aber am Bahnhof von Qom mussten wir einen anderen Zug vorlassen und somit erreichten wir Tehran  mit einer Verspätung von knapp 60 min. Die Fahrt war sehr angenehm und ist wirklich eine Alternative zum Flugzeug oder Bus. Nicht zuletzt, weil man einiges von der Landschaft sieht, wie zum Beispiel Salzwüste und Salzpfannen, Krokusfelder für den Safran oder die beachtlich hohen Berge am Horizont.

Die beiden Mädchen, die ihren Platz für uns geräumt hatten, freuten sich übrigens ganz außerordentlich über Lachgummi und dergleichen. Derartige bunte Fruchtgummiqualitätssüßwaren aus unseren Landen sind für iranische Kinder (einschließlich größeren Kindern) ein besonderer Genuss, denn diese gibt es, im Gegensatz zu Schokolade und Konfiserie, nicht bis zum Abwinken in Iran.


P.S. Fotos zum trainset suchen Sie auf diesen Seiten leider vergebens.


































Fortsetzung: Teheran & Dizin Reisebericht

1 perfekter tag in yazd /////*


/////* 11.00 UHR: Durch die engen Gassen der Altstadt schleichen und tolle Häuser entdecken

/////* 13.00 UHR: Dattelmilchshake im Hotel/Restaurant Orienthotel

/////* 14.30 UHR: Granatäpfel pflücken im Park rund um den größten Windturm der Stadt

/////* 16.00 UHR: Auf die zoroastrischen Türme des Schweigens steigen

/////* 18.00 UHR: An der Kreuzung vor der Moschee Amir Chakhmâgh gibt es einen Spezialitätenladen mit Yazder Süßigkeiten. Unbedingt kaufen und genießen

/////* 19.00 UHR: Sonnenuntergang auf der Moschee Amir Chakhmâgh

text: tjark METZNER, nürnberg april 2009