julia grass, dresden 2009
FRANKREICH reisebericht
Nur sieben Tage Zeit, kein Interesse an solariumgebräunten Pool-Pauschalurlaubern, gehobene Ansprüche an Kultur und Kulinarisches trotz nur schüchtern klimpernden Studentensparschweins: Man nehme die eigenen Vorstellungen, kreative und hilfsbereite Freundesköpfe, gefüllt mit praktischen Ratschlägen, und eine Spur Spontanität… Voilà: Ein überaus erinnerungswerter Urlaub, der mehr als nur Erholung bietet.
In unserem Fall ging die Reise nach Frankreich in einen Ausschnitt seiner Vielfalt.
ENTRÉE:
Vor Reiseantritt galt es – wie so häufig – konkrete Termine zu vereinbaren, Absichten und Möglichkeiten abzustimmen und vor allem zu organisieren. Unterstützend stand uns sowohl bei Hotelsuche als auch Transportorganisation Expertise zur Verfügung.
Verkehrsmittel der Reise war der Zug. Aus jetziger Sicht war diese Wahl noch immer empfehlenswert – gerade, da es sich um keine Reise handelte, die auf einen Fleck des Landes fixiert bleiben sollte.
An alle, die jetzt denken, dass Züge eingeschränkte Flexibilität und Mobilität bedeuten:
Autofahren bedeutet Konzentration, bei französischen Fahrmanieren verstärkten Stress, das Risiko eines ungewollten Stopps, weil das Gefährt nach zehn Jahren Betrieb plötzlich nicht mehr bereit zu weiteren Diensten ist sowie das Dasein eines Gefangenen der Ölindustrie. Züge hingegen ermöglichen kurze Schlafpausen vom Sightseeing, haben eine (ansatzweise) Liegefunktion und können zudem im Fall französischer TGVs mit Geschwindigkeiten bis zu 320km/h die meisten Automobile überholen. …und ein Glas/Plastebecher Wein zum Überbrücken der Fahrtzeit ist ebenfalls weniger problematisch.
Empfehlenswert bei europaweiten Reisen, sowohl innerhalb eines Landes als auch über verschiedene Grenzen hinweg, ist das Interrailticket, welches es in verschiedenen Versionen gibt. Jede Form beinhaltet eine bestimmte Anzahl an Fahrten innerhalb eines festzulegenden Zeitraums. In unserem Fall waren das fünf Fahrten innerhalb von zehn Tagen. Obwohl wir nur in Frankreich unterwegs gewesen sind, war dieses Angebot das richtige, da es von der Fahrtenanzahl passte. Hinsichtlich Unklarheiten zur Wahl eines Tickets sollte man jedoch nie falsche Scheu vor den pummeligen (und wirklich mitunter sehr freundlichen) Damen an den Schaltern der Deutschen Bahn haben und auf ihre Hilfe vertrauen. Sie zeigen sich teilweise recht hilfsbereit, antworten auch auf die zehnte, fundamental simple Frage (spätestens nach PC-Konsultation) noch kompetent und nützlich und sind das Anstellen auf jeden Fall wert.
Letztes Wort zu diesen Tickets (den Rest klärt die nette Frau der DB): Bis 25 zählt man als Jugendlicher und bezahlt weniger für die Tickets. Im erwähnten Fall waren es pro Person 159 Euro.