Zusätzlich reizvoll an diesem Festival ist zum einen, dass die Aufführungen selbst in der Ruine des Palais des Papes stattfinden, welches ein einmaliges Ambiente für Theater unter sommerlichem Abendhimmel darstellt. Aber auch ohne den Besuch einer Theaterinszenierung ist im gesamten kleinen Städtchen eine besondere Stimmung und spürbar viel Leben zu bemerken: Überall laufen und sitzen Menschen, schauen Straßenkünstlern oder kleinen Theatergruppen zu und immer wieder ertönt von irgendwoher Musik. Unser Resumèe des ersten Abends: Der Besuch Avignons lohnt sich wahrscheinlich erst recht zur Zeit des Festivals, wenn das Herz ein wenig für Leben, Kunst und Kultur schlägt.
Weiterhin ist es zu jeder Zeit anzuraten, den gesamten Palais des Papes einschließlich angrenzender Kathedrale und dem Garten im Hintergrund zu besichtigen. Ebenso schön kann es sein, ohne Ziel durch die Straßen Avignons zu schlendern, kleine Läden samt Inventar anzusehen oder schiefe Häuschen mit Steinwänden zu bewundern. Selbstverständlich kann man auch den Weg zur Rhône wagen und dort die Brücke Avignons ansehen und vielleicht „Sur le pont de Avignon“ summen. Wer unbedingt einmal auf der Brücke und nicht nur darunter stehen möchte, muss jedoch damit rechnen, für dieses Vergnügen an der Pforte einige Euros zurücklassen zu müssen.
Unser Highlight des Tages in Avignon war ein Mittagessen im „La Mirande“, gesponsert von einem sehr lieben Freund aus übertriebener Dankbarkeit. Nachdem wir die nette Rezeptionistin unserer Unterkunft (Hotel Ibis Central) der Accor-Gruppe am Abend zuvor mit der Suche nach dem Standort des genannten Restaurants gequält hatten, verbrachten wir auf der schattigen Terrasse jenes Restaurants genussvolle Mittagsstunden bei sehr höflicher Bedienung und gelungenem Essen. Das Einzige, was in Bordeaux eindeutig besser war, sind die Cannèles, von denen im „La Mirande“ zwei zum Espresso gereicht wurden. Man kann zum Gesamteindruck nur wenig sagen, außer dass das Menu mühevoll, lecker und abwechslungs-reich war, sich ein Mittagsmenu für einen beschränkten Geldbeutel wohl am besten eignet und bei Weingenuss mit Preisen gerechnet werden muss, die pro Flasche ab 18 Euro beginnen. (Man könnte stattdessen natürlich einfach auch ein Glas oder aber etwas Alkoholfreies bestellen.)
Wir jedenfalls fanden die Zeit dort sehr schön, hatten eine interessante Unterhaltung mit der 17-jährigen Praktikantin aus Wien und haben häufig gelächelt.






