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Suwon

Suwon Reisebericht (Happy Suwon)


Morgens ging es dann mit dem Zug von Seoul Station direkt nach Suwon. Wir benutzten einen der unzähligen Hugunghwa auf dieser Strecke. Bis nach Suwon sind es nicht einmal 60 Kilometer und trotzdem fährt man nicht nur durch das Agglomerationsgebiet Seouls, sondern man sieht sogar ein paar akkurat angelegte Felder. Nach kurzer Fahrzeit sind wir in der Millionen- und FIFA-WM Stadt Suwon angekommen. Gleich fiel uns der ungewöhnliche Bahnhof Suwons auf. Hier sind nämlich Stores der angesagtesten Topdesignerlabels angesiedelt. Beispielsweise befindet sich direkt im Bahnhof ein Burberry, sowie ein Chanel Store. Zu erwähnen ist die Rolltreppe, die aus der Bahnhofshalle zum Bahnhofsvorplatz führt. Denn diese Rolltreppe hat in der Mitte einen Knick und die Personen werden etwa fünf Meter exakt horizontal befördert. Tja hier in Suwon hat man das Geld für solchen Schnickschnack.


Wir steuerten zielstrebig die Touristeninformation am Bahnhof an. Diese liegt nördlich des Bahnhofes. Dort konnten uns kompetente Mitarbeiter sofort weiterhelfen, wann und wie die Busse fahren und wie man in die Innenstadt kommt. Das Informationsmaterial sowie die Stadtkarten sind generell kostenlos. Wir hatten zuerst vor, das Korean Folkvillage zu besuchen, doch die ÖPNV Anbindung war derart schlecht, dass wir es doch ausfallen lassen mussten. Jedenfalls dachten wir uns, dass wir bestimmt noch genug Korean Folk sehen werden.

So hatten wir für Suwon zwei Stunden Zeit bis unser Bus nach Yeoju abfahren sollte. Wir zogen es vor, zu Fuß in die Innenstadt zu laufen. Dieser Weg ist immerhin zwei Kilometer weit und sollte per ÖPNV oder Taxi zurückgelegt werden. Wenn man der Stadtkarte folgt, kann man dann das berühmte Stadttor, genannt Paldalum oder Nammum, nach 25 Minuten erreichen. Dieses ist heute eher eine Verzierung eines Kreisverkehrs. Innerhalb der Stadtmauern sind noch ein Tempel Paldasan und Palastanlagen von Hwaseong Haenggung erhalten. Ja - mehr hat Suwon leider nicht zu bieten.

Innerhalb der Wehranlage stehen fast ausschließlich neue Gebäude. Trotzdem wurde dieses Gebiet von der UNSECO als Weltkulturerbe geehrt. Wir erklommen den Berg Paldalsan in der Mitte der Stadt und schauten uns dann die alten Palastanlagen an.


Dann ging es direkt vom zentralen Platz mit dem Taxi zum Busbahnhof. Gleich im Anschluss um 13.50 Uhr fuhr unser Bus nach Yeoju. Auf der Fahrt mit einem gewöhnlichen Bus, konnten 

wir die ersten Eindrücke Südkoreas erhaschen. So waren die Straßen bestens ausgebaut und überall waren Gewerbegebiete oder Felder. Sofort fiel mir auf, dass alle Gebäude nicht auf dem Berg gebaut werden, sondern alle Bauwerke und Felder in den ebenen Tälern angelegt wird. Selbst in Seoul gibt es nur wenige Gebäude die auf dem Berg stehen. In anderen Städten wird völlig auf die Bebauung am Hang oder Berg verzichtet. Dies steht im krassen Gegenteil zur DVR Korea (Nordkorea). Hier konnten wir sehen, dass man bei neuen Wohnanlagen die Gebäude ausschließlich am Hang oder Berg baut. Schon bei so kleinen Dingen gibt es große Unterschiede zwischen den Ländern. Zurück zu unserer Busfahrt, denn wir waren nach 70 Minuten Fahrt endlich in Yeoju. Hier orientierten wir uns schnell und mit der Hilfe von Einheimischen wussten wir, dass die Busse in das Premium Outlet auf der gegenüberliegen Seite des Busbahnhofes abfahren. Doch da kein Bus in Reichweite war, nutzten wir kurzerhand das Taxi.


Das Premium Outlet Yeoju beherbergt sehr viele Geschäfte von internationalen Designern und Modeketten. Jedenfalls sieht das Outlet auch so amerikanisch aus, dass man meinen könnte, in den USA zu sein. Doch nur die vielen Japaner mit den großen Shoppingbags ließen diese Gefühle verflüchtigen.  So findet man exemplarisch folgende Geschäfte: Vivienne Westwood, Marc Jacobs, Gucci oder Guess.

Enttäuscht wurden wir hier von unserem ‚Magic Boarding Pass’ von Asiana. Das Couponheft gibt nur Rabatte von 10% bei Einkäufen über 250 Euro. Leider machen da auch nicht alle Geschäfte mit. Günstig sind auf jeden Fall die ganzen Kosmetikläden.  Auch wir kauften hier ein bisschen ein. Nach vier Stunden nahmen wir gegen 17.20 Uhr den Stadtbus zurück in die Innenstadt. Von dort aus traten wir sofort die Heimreise nach Seoul an. Kurz vor Sonnenuntergang um 19.00 Uhr erreichten wir den Dong-Seoul Busbahnhof. Wir gingen dann direkt vom Busbahnhof in eine wahnsinnig große Elektronikshoppingmall die unter dem Namen ‚Techno Mart’ firmiert. Diese erstreckte sich über elf Etagen. Hier waren sehr viele Händler vertreten die ihre Geräte anpriesen. Dabei gab es kein großes Geschäft sondern die Mall war wie ein Markt organisiert. Überall waren Stände von Händler die oft immer nur die gleichen Sachen verkauften. Nachdem wir uns über die Preise erkundigt hatten, stellten wir fest, dass bei unserem Testprodukt Speicherkarte die Preise viel höher lagen als bei heimischen Onlinehändlern. Selbst wenn man verhandelt, sinken die Preise nicht auf das gewohnte Niveau. Deshalb versuchten wir unser Glück mit genauso wenig Erfolg in China. In der obersten Etage war ein Kino untergebracht. Weiterhin saßen hier sehr viele Wahrsager (Schamanen). Im Anschluss ging es für uns zurück ins Metrohotel und dann abends nach Insadong zum Abendbrot.

Danach ging es in das Studentenviertel von Yonsei und Hongik University. Leider war auf Grund der Semesterferien überhaupt nichts los. Wir gingen dann weiter in Richtung Hongik University. Hier war dann schon mehr los und wir sahen dann ganz oben auf dem Dach die Aqa Lounge (nicht zu verwechseln mit der trendigen Aqua Lounge in Basel). Diese leicht Ethno angehauchte Location wird von einem Südkoreanischen Abenteurer, Weltenbummler und Verlagsbesitzer betreut. Mit dem Inhaber konnten wir uns sehr gut unterhalten.


Das Hongik University Viertel können wir als günstige Alternative zum Dosan Park Viertel empfehlen.


Fortsetzung: Daejon Reisebericht

Text: Tjark Metzner

17. August 2009