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Socko Seoraksan




















Text: Tjark Metzner

20. August 2009

Sokcho und Seoraksan Reisebericht


Eigentlch sollten wir schon um 4.55 Uhr mit einem Huhunghwa aus Seoul in Gangneung angekommen sein. Doch um diese Zeit waren wir noch im IBIS Hotel in Seoul. Gegen 8 Uhr sind wir dann aufgestanden und konnten dann die asiatische Interpretation eines Frühstücks der Accor Gruppe genießen. Ich entschied mich für ein Japanisches Frühstück mit Misosuppe und Meeresalgensalat. Martin versuchte sich ein europäisches Frühstück zusammenzustellen. Immerhin liegt der Frühstücksraum in der 20. Etage und man hat einen schönen Blick auf Seoul-Downtown.

Da wir unseren Aufenthalt in Seoraksan nicht ausfallen lassen wollten, nutzten wir die Subway zum Expressbusterminal. Doch genau zu unseren Ankunftszeit am Busterminal war natürlich ein Taktloch der Busse gen Osten. Der nächste Bus nach Gangneung fuhr gegen 10.45 Uhr, welchen wir auch nahmen. Zu unserem erstaunen, war es ein Expressbus mit einer erstklassigen Ausstattung. Unsere dreistündige Fahrt durch das nebelverhangene Odaesan Gebirge in der Provinz Gangwon-do konnten wir auf jeden Fall genießen. Gegen 13.00 Uhr erreichten wir Gangneung und wir nutzen gleich ein Taxi zum Hilten Motel. Doch leider lag dieses Motel nicht dort, wo der Lonely Planet das Motel angegeben hatte. In Wirklichkeit lag das Motel zwar weiter weg von der Innenstadt aber am schönen Gyeongpo Beach.

Trotz schlechten Wetters mit tief hängenden Wolken spazierten viele Koreaner am Strand entlang. 30 Meter weiter lag das Hyundai Hotel, welches auf seiner eigenen Internetseite viel schlechter Aussieht als in Wirklichkeit.

Wie schon gesagt, nächtigten wir im Hilten für deflationäre 40.000 Won. Das war für zwei Personen während der Hauptsaison wirklich ein Schnäppchen. Doch bevor es dunkel werden sollten hieß es für uns ‚carpe diem’. Wir fuhren direkt vom fünf Kilometer entfernten Busterminal mit einem Expressbus nach Sokcho. Hier stiegen wir direkt in einen Stadtbus ins Seorakdong Tal. Die Busfahrt führt zuerst einmal rund um die Bucht von Sokcho und dann zum Sunrise Park im Süden von Sokcho. Genau hier befinden sich ein Hafen mit unzähligen Fischrestaurants. Wenn man also aus Richtung Gangneung kommt, sollte man sofort an dieser Bucht aus dem Bus aussteigen und auf den Bus in den Nationalpark warten. Dann ging es direkt mit dem Bus dam Ssangcheon Fluss aufwärts entlang in den Nationalpark. Nach insgesamt 50 Minuten Fahrzeit kamen wir endlich am Einlass des Nationalparks an. Man sollte sich auf keinen Fall von den publizierten Öffnungszeiten des Parks verunsichern lassen. Diese Zeiten gelten als Richtzeit. Wir konnten den Park auch noch nach Sonnenuntergang verlassen, beziehungsweise man hätte den Park zu dieser Zeit auch betreten können. Martin fuhr dann mit der Seilbahn auf den Berg Gwon-Geunseong. Von dort hatte er eine fantastische Sicht auf Sokcho und die Gipfel des Seoraksan. Es war an diesem Tag extrem windig, dennoch nutzten viele Koreaner die Seilbahn auf den Berg.

Ich besuchte derweil den Tempel Sinheungsa und die dazugehörige große Buddhastatue. Der Tempel liegt wirklich himmlisch eingebetet in diesem wirklich schönen Tal. Nachdem Martin wieder den Boden der Tatsachen betreten hatte, gingen wir den im Lonely Planet angezeigten Wanderweg zum Ulsanbawi. Dieser Weg ist zuerst sehr gut ausgebaut und führt zu einer Verpflegungsstation, dann wird der Weg steiniger und auch etwas anspruchsvoller. Doch kurz vorher liegt direkt am Weg der Tempel Naewonam Hermitage. Nach insgesamt zwei Kilometern war der Weg nicht mehr behindertengerecht und wies einen starken anstieg auf. Es folgte der Tempel Gyejoam und der Aussichtspunkt Heundeul. Der Tempel schmiegt sich in die runden Formen des Gebirges. Die Gebetshalle befindet sich in einem Felsen. Es war wirklich ein schöner Ort. Von dort aus konnte man sehr gut die Gipfel der rundherum liegenden Berge sehen. Es dämmert langsam und wir wollten noch den Gipfel Ulsanbawi erklimmen. Doch der Weg wurde nun richtig steil und führte schließlich über eine Stahltreppe entlang einer Felswand. Zusätzlich wehte ein starker Wind, wie man ihn von der Küste kennt. Teilweise mussten wir uns ganz gut festhalten. Da Martin schneller unterwegs war, ging er voraus konnte aber nicht mehr im Zeitlimit bleiben und wir mussten auf Grund der voran geschrittenen Dämmerung verspätet den Rückzug antreten. Jetzt waren wir auf diesem Wanderabschnitt ganz allein unterwegs. Für den Hinweg benötigten wir eineinhalb Stunden, den Rückweg legten wir in 40 Minuten zurück. Wir gingen sofort zur Bushaltestelle zurück und um 19.20 Uhr kam ein Stadtbus und beförderte uns bis zum Port mit den vielen Fischrestaurants. Es war zwar gerade unter der Woche, doch sehr viele Leute flanierten entlang der Hafenpromenade. Hier reihte sich eine Fischfrittier-Bude, neben ein schwimmendes Restaurant ans andere. Auf der gegenüberliegenden Seite waren hohe Aquarien, welche die verfügbaren Fische ausstellten. Wir entschieden uns für ein schwimmendes Restaurant und als Speise für Flunder, Barsch und zwei weitere Exotische Fische. In diesem Familienbetrieb übernahm ein Mann das Herausfischen der ausgesuchten Fische. Dann bekam die fischaffine Oma die getöteten frischen Tiere vorgelegt und fing an sie zu filetieren. Wir unterdessen zogen unsere Schuhe aus und nahmen an einem der Tische auf dem Boden Platz. Wir bestellten als Getränk kaltes Bier.

Es waren ja immer noch schwüle 25 C° Außentemperatur. Dann wurde der frische und rohe Fisch mit Stäbchen serviert. Nach anfänglicher Skepsis konnte sich auch Martin von den Vorteilen dieses Essen überzeugen. Mir mundete dieses Mahl sehr. Kurz bevor wir den rohen Fisch aufgegessen hatten, kam die Bedienung und fragte nach einer Fischsuppe. Bei so einem Restaurant gibt es jeden Tag enorme Fischabfälle und wieso sollte man da keine leckere Fischsuppe daraus machen können. Auf die Frage, ob wir die Suppe spicy haben  wollten, antworteten wir mit einem eindeutigen ja. Jedenfalls hatte sich die Bedienung gefreut und wir bekamen eine riesige Caserolle mit einer leckeren selbstgemachten Fischsuppe (Das war nicht so etwas, was man in unzähligen C+C Märkten als Fischfonds käuflich erwerben kann). Ein Teil der Filets legt man in die Suppe und lässt diese garen. Die Suppe war wider Erwarten nicht unendlich scharf und so genossen wir das Mahl. Trotz der Tatsache, dass wir in der Provinz waren, kostet das Essen für uns zwei zusammen ganze 80.000 Won. Am Nachbartisch saß eine Familie mit drei Kindern, welche sogar 150.000 WON bezahlte. Weiterhin setzte sich schließlich noch ein Pärchen in unser Restaurant. Das Essen bekam uns sehr gut und wir verließen glücklich das Fischrestaurant. Wir schlenderten noch über den Markt und kauften uns noch frittierte Crevetten, welche man im ganzen Stück essen kann. Sogar mit Kopf und Schwanz, man kann wirklich sagen, dass das Essen tot frittiert wurde. Da kann sich KFC mal ein Beispiel daran nehmen. Mit dem Taxi fuhren wir zum Busterminal von Sokcho und dann anschließend mit dem Bus nach Gangneung. Am Motel angekommen, erspähten wir viele Leute die am Strand saßen. Es war noch einiges los am Strand.


Fortsetzung: Andong Reisebericht