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Daejeon

Daejeon Reisebericht (It‘s Daejeon)


An diesem Tag stand der Tagesausflug nach Gongju und Buyeo auf unserem Ausflugsplan. Wir nahmen den KTX von Seoul Station nach Daejeon. Der KTX benötigt für die 167 Kilometer nur 50 Minuten. Im Bahnhof in Seoul waren zwar wie bei der U-Bahn Fahrkarten-lesegeräte und -Schranke eingebaut, doch diese waren wie auch im übrigen Korailland nicht in Betrieb. Wir gingen zehn Minuten vor Abfahrt zum Gleis. Die KTX stehen meist schon bereit. Bei der Reservierung des Zuges hatten wir mal wieder ausgerechnet die ‚Wandfenster’ erhalten. Der Zug war sehr gut gebucht gewesen. Fast alle Plätze waren belegt. Bei uns im Wagen 06 waren noch acht Sitzplätze frei. Wir zogen uns dann auf diese Sitzplätze zurück. Der Zug fuhr pünktlich ab. Zuerst ging es durch den Bahnhof Yonsan und dann über den Han Fluss und am 63 Building vorbei. Sodann fährt man einige Zeit durch das Agglomerationsgebiet von Seoul. Die Fahrt verläuft recht zügig. Ich schätze, dass wir 160 km/h erreichten. In Deutschland fährt man innerhalb von Städten niemals so schnell mit dem Zug. Dann kurz vor der Stadtgrenze taucht die Strecke in einen Tunnel ab und man erreicht dann kurz danach den Bahnhof Gwangmyeong. Da wir den Direktzug nach Daejeon hatten, hielten wir an keinem Unterwegsbahnhof. Ab hier beschleunigte der Zug auf 302 km/h. Da Seoul von einer Bergkette umschlossen wird, geht die Zugstrecke durch mehrere längere Tunnel. Alsbald kam dann auch die Fahrkartenkontrolle und wie es in asiatischen Ländern üblich ist, verbeugten sich die Zugbegleiter/innen immer höflich, wenn sie den Wagen betraten oder verließen. Die Fahrkartenkontrolle gestaltete sich als äußerst angenehm. Denn die Zugbegleiter haben ein mobiles Endgerät, mit dem sie anscheinend sehen können, wer auf welchem Platz wohin fährt. Sitzt man nicht auf seinen Platz, wird auch die Fahrkarte kontrolliert. Sitzt man auf seinem Platz, wird man nicht kontrolliert. Der Zug hat auf der Strecke große Fahrzeit-reserven. Wir erreichten nur ein paar mal 300 km/h. Oft verläuft die Strecke über Brücken, selten nur auf ebener Fläche. Bei Siedlungen sind dann enorme Lärmschutzwände aufgebaut. Insgesamt fuhren wir etwa 30 Minuten auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke. Den Bahnhof von Cheonan Asan passierten wir nach der Hälfte der Zeit mit 300 km/h. Dann kam noch ein Caddy vorbei, der verschiedenste Waren anpries. Schließlich fädelte die Hochgeschwindigkeitsstrecke 20 km vor Deajeon wieder auf die Altstrecke ein und wir schlichen den Rest der Strecke bis zum Bahnhof von Daejeon.

Interessant ist das ‚Onboard entertainment program’ für Kinder. Später wechselt der Comicfilm in eine Dokumentation über verschiedenste Sachen. Meine Lieblingsdoku war über das Essen und die Küche in Busan (auch Pusan).


In Daejeon gingen wir zuerst zum Busbahnhof und als wir merkten, dass der Weg doch weiter ist als gedacht (2 Kilometer), stiegen wir auf das Taxi um. Der Bus nach Gongju fuhr vom nördlich und gegenüber des Expressbusbahnhofes liegenden Dongdaejeon Intercity Bus Terminal ab.  Wir erreichten gleich einen Bus nach Gongju. Wir fuhren dann eine Stunde bis zu der Stadtgrenze von Gongju. Tipp: der Bus aus Daejeon fährt direkt am Gongsanseong (Burgruine) vorbei. Wenn man einen großen grünen Hügel sieht mit einer Touristeninformation, sollte man sofort bitten aussteigen. Wir fuhren leider bis zum Busbahnhof durch. Von diesem nahmen wir ein Taxi zurück. Wir besichtigten Gongsanseong gut eine Stunde. In dieser Stunde umliefen wir die gesamte Anlage auf den Ruinen der Mauer. Überall waren verschiedenste Pavillons, die man besichtigen konnte. Schließlich hatten wir einen schönen Ausblick auf das Neubaugebiet Gongjus. Eigentlich wollten wir noch das Grab von König Muryeong besichtigen, doch unser Zeitplan drängte uns wieder zum Busbahnhof. Diesmal legten wir den Weg per Pedes zurück. Am neuen Busbahnhof angekommen konnten wir gleich Fahrkarten nach Buyeo erhalten. Unser Bus fuhr zeitnah ab.  Die Strecke legten wir 50 Minuten zurück. Es war eine relativ schöne Strecke, die wir auf verschiedensten Nebenstraßen zurücklegten. Wir sahen viele Felder, Pepperonibeete und auch kleine Dörfer sowie Tempel. Vom Busbahnhof in Buyeo kann man alle wichtigen Sehenswürdigkeiten ganz gut zu Fuß erreichen. Interessant ist auf jeden Fall das sehr anschauliche Museum bei der Jeongnimsaji Anlage. Diese Sehenswürdigkeit ist hervorragend gestaltet obwohl es in einer provinziellen Gegend liegt. Gut zu wissen: Geld kann man nicht wie im Lonely Planet beschrieben, an der König Seong Statue in der Filiale der Hana Bank abheben, sondern bei einer Bank in der Seitenstraße des Marktes. Die Touristinformation hilft bei solchen Fragen gerne weiter.

Da können wir auch gleich sagen, dass fast alle Touristen-informationen vorbildlich gestaltet sind und der Service der Mitarbeiter sehr gut ist. Es gibt immer jemanden der Englisch, Chinesisch oder Japanisch spricht. Weiterhin sind zum Beispiel die Bildschirme der Computer im Tisch versenkt. So versperrt nichts den Blick auf den Kunden und umgekehrt. Zusätzlich ist in einer typischen Touristeninformation alles stimmig eingerichtet. Direkt an der Wand ist meist der Slogan „Korea Sparkling“ in verchromten Lettern angebracht. Ja - man könnte denken, dass die Touristeninformationen von Tine Wittler eingerichtet worden ist.


Aber nun zurück zum Besichtigungsprogramm, denn es ging dann auf den Berg Busosan und wir besuchten die Tempel Chungnyeongsa und Samchungsa. Wir marschierten dann über dann Berg bis zum Tempel Goransa. Besonders dieser Tempel direkt am Baengma River liegt sehr idyllisch. Hier waren sehr viele ältere Koreanische Touristen. Auch wir ließen diesen wirklich schönen und spirituellen Ort auf uns wirken. Dann ging es mit der Fähre 500 Meter flussabwärts.

Es wurde langsam dunkel und auf dem Rückweg in die Stadt kehrten wir in einem größeren Holzrestaurant ein. Das Ambiente war gehoben aber die Preise waren für uns Europäer auf jeden Fall günstig. Wir bezahlten zusammen für ein erstklassiges Abendbrot nicht mehr als 20 Euro. (Wegbeschreibung: Wenn man vom Fluss Richtung Innenstadt läuft, ist es das erste Restaurant auf der rechten Seite nach dem Gudurae Sculpture Park.)

Ich hatte ein Steak mit Crevette und Martin hatte frittierte Meeresfrüchte. Das Essen war lecker, aber leider gab es nur wenig Koreanischen Spezialitäten. Um noch einen der letzten Züge nach Seoul zu erwischen, gingen wir gegen 21.00 Uhr Richtung Busbahnhof und nahmen einen Bus nach Daejeon. Dieser war einer der letzten Busse und stoppte zusätzlich einmal in Gongju. In Daejeon erreichten wir einen KTX mit Halt auf allen Unterwegs-bahnhöfen Cheonan Asan, Gwangmyeong und Seoul Yosan. Gegen 23.30 Uhr waren wir dann wieder in Seoul. Am nächsten Tag ging es in die DMZ.


Fortsetzung: DMZ / Panmunjom Reisebericht

das Fährticket für zwei Personen kostet immerhin 4.000 Won

Text: Tjark Metzner

19. August 2009